Echo Kollektiv

Schmidi Schmidhauser And The Moudis

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Schmidi schmidhauser and the moudis

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Der „glühendste Heissblütler der Stadt Bern“ (Bund) kann auch leise, wenn er will. Und nun will er: Schmidi Schmidhauser gräbt seine Balladen und Chansons aus, die an den Konzerten von Stop the Shoppers und Chica Torpedo oftmals im allgemeinen Tanzgelage untergehen.

Die drei Herren von Schmidi and the Moudis erzählen mit Verve, Witz und einem Schuss Melancholie kleine und grosse musikalische Geschichten: Mit Remo Kessler an der Gitarre (u.a. Gianna Nannini, Polo Hofer & die Schmetterband, Sina, Heimweh) sowie Niculin Christen am Klavier und Akkordeon (u.a. Mitglied des Bait Jaffe Klezmer Orchestra) besingt Schmidhauser die Fremdheit spatzenverschlingender Katzen, operiert an weit offenen Herzen und übt die Kunst der Säubschtüberlischtig. Bald wagt er sich in unheimliche Gefilde vor, wo Schattenkinder durch die Nacht streifen, schleicht selber mit kalten Füssen aus dem Liebesnest, fällt gänzlich aus der Rolle oder steckt tieftraurig im Schnäggeloch – und bittet um Nachsicht, wenn er dereinst ein alter stinkender Sack sein wird.

Ohne Schlagwerk und Knallkörper, aber mit vehementer Spielfreude und prickelnden Arrangements fahren für einmal Schmidi Schmidhausers Songs nicht in die Beine, sondern dringen unter Hemd und Bluse direkt in Kopf, Herz und Bauch.

Der Zufall hat die Karten gemischt: Schmidi Schmidhauser, Remo Kessler und Niculin Christen wohnen alle in Langnau i. E., stehen sich musikalisch nahe und fanden sich im gemeinsamen Wunsch wieder, kleine Bühnen mit starken Songs zu bespielen. Den Blick auf hüpfende Menschen in kochenden Sälen kennen sie von diversen Grossprojekten her bereits bestens. Nun zieht es die drei Musiker in die verträumten Bars und stimmungsvollen Clubs, wo zu den wehmütigen Tönen des Akkordeons das Knacken der Eiswürfel im Glas zu hören ist, wo die Keeper am Tresen nach dem ersten Gitarrensolo das Shaken bleiben lassen und den Kopf in die Hände legen, wo die Langvermählten, Frischverliebten, Neugetrennten und Dauersingles sich in den Storys der Balladen und Chansons wiedererkennen – bis in manchen Hirnwindungen und Eingeweiden eine kleine Sehnsucht zu wachsen beginnt. Schmidi Schmidhauser bereitet in seiner poetisch-berndeutschen Rustikalität und mit herber Stimme den fruchtbaren Boden, auf dem sich das virtuose Spiel von Remo Kessler (git) und Niculin Christen (p, acc) mit viel Hingabe und Fingerspitzengefühl entfalten kann.

Schmidi and the Moudis ist ein musikalischer Glücksfall, der die schönsten Liebes- und Kummerlieder von Schmidhausers langen Karriere zum Erblühen bringt. Also Taschentuch einstecken, die Weggefährten unter den Arm klemmen, sich ein Herz fassen und in der ersten Reihe Platz nehmen: Hier werden in düsteren Balladen und heiteren Chansons noch echte Gefühle besungen und heisse Tränen vergossen!